Die Logen des SGOvD: Raum für Entwicklung, Austausch und Werte

In einer Zeit, in der viele Menschen Orientierung, Gemeinschaft und einen tieferen Sinn in ihrem Leben suchen, setzt die freimaurerische Großloge Souveräner GrossOrient von Deutschland (SGOvD) auf eine moderne, offene Form der Freimaurerei. Der SGOvD versteht sich als Dachverband liberaler Freimaurerlogen, die sich den Idealen der Aufklärung, des Humanismus und der Gewissensfreiheit verpflichtet fühlen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Weltanschauung.

Werte, die verbinden
Die Freimaurerlogen unter dem Dach des SGOvD sind Zentren des persönlichen Austauschs und des gemeinsamen Nachdenkens. Sie bieten Raum, um über sittliche Fragen, gesellschaftliche Herausforderungen und die eigene Entwicklung zu sprechen, sowie sich gegenseitig zu unterstützen. Freimaurerei im SGOvD heißt, Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu übernehmen und den eigenen moralischen Kompass kontinuierlich zu schärfen.
Ein besonderes Merkmal: Die Mitgliedslogen setzten keine bestimmte Glaubensrichtung vor und jede Person mit eigener Überzeugung ist willkommen, solange sie an ihrer eigenen Charakterformung arbeitet. Diese Offenheit macht die Zusammenarbeit vielfältig und lebendig.

Ein Bund fürs Leben – persönliche und gemeinschaftliche Entfaltung
Die Entscheidung, Mitglied einer Freimaurerloge des SGOvD zu werden, ist mehr als eine formale Mitgliedschaft – sie ist ein Bund fürs Leben. In den regelmäßigen Treffen pflegen Mitglieder nicht nur traditionelle Freimaurer-Rituale, sondern auch philosophischen Austausch und gegenseitige Unterstützung aus denen sich Freundschaften entwickeln. Rituale und Symbole dienen dabei als Werkzeuge, innere Seelenräume zu schaffen.
Gerade in einer Welt, die von schnellen Veränderungen und oft oberflächlichen Kontakten geprägt ist, bieten die Freimaurerlogen des SGOvD eine stabile Gemeinschaft, in der persönlicher Austausch, Verantwortung, gegenseitiges Vertrauen und familiäres Zusammenarbeiten im Vordergrund stehen.

Alte (neue) Pflichten als Rahmen für echte Verbundenheit
Die Prinzipien der SGOvD-Logen sind klare Richtlinien, keine willkürlichen Vorschriften und orientieren sich stark an den Alten (neuen) Pflichten von 2023 (Link). Der SGOvD greift nicht in das Logenleben ein, denn die Freimaurerlogen strukturieren ihre Arbeit selbst. Der SGOvD steht dafür ein, dass alle Mitglieder gleichberechtigt am gemeinsamen Logenleben und Lernen teilhaben können. Wer sich an diese Regeln hält, den Zusammenhalt der örtlichen Gemeinschaften und der Großloge stärkt sowie gleichzeitig Respekt gegenüber den Idealen, die den Geist des SGOvD und seiner Mitgliedslogen tragen, steht für eine moderne Freimaurerei ein.

Einladend und offen für Interessierte
Interessierte haben die Möglichkeit, an Informations- oder Gästeabenden der Freimaurerloge vor Ort teilzunehmen (Link), um ihre Arbeitsweisen kennenzulernen und einen Eindruck von den Menschen und Themen zu gewinnen, die den SGOvD ausmachen. Nur wer sich ein eigenes Bild macht, kann entscheiden, ob eine Mitgliedschaft der nächste, bereichernde Schritt in seinem Leben ist.

Die Großloge SGOvD lädt alle Menschen ein, die persönliche Entwicklung, gemeinsamen Austausch und einen werteorientierten Weg suchen, Teil dieser lebendigen, zeitgemäßen Freimaurer-Gemeinschaft zu werden, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Weltanschauung: kontakt@sgovd.info

Was haben Illuminaten und Freimaurer miteinander zu tun?

In jüngerer Zeit erscheinen in Medien und sozialen Netzwerken vermehrt Beiträge, die den historischen Begriff „Illuminati“ aufgreifen und ihn mit heutigen gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen und den Freimaurern verknüpfen. Ein Artikel vom 12. Dezember 2025 aus den USA bietet hierzu die Möglichkeit, einer journalistischen Einordnung und damit grundlegende Sachverhalte klarzustellen – insbesondere im Hinblick auf immer wieder behauptete Zusammenhänge mit der Freimaurerei.

Der US-Artikel ist in „The Week“ veröffentlicht worden, einer Nachrichten- und Meinungsplattform bzw. einem wöchentlich erscheinendes Nachrichtenmagazin. Der Originaltitel lautet: The Illuminati: what is it, how did it develop and who are its members?

Der historische Illuminatenorden
Der sogenannte Illuminatenorden wurde 1776 in Bayern von Adam Weishaupt gegründet. Er existierte nur wenige Jahre und wurde bereits in den 1780er-Jahren staatlich verboten und aufgelöst. Historiker sind sich einig, dass dieser Orden nicht fortbesteht und keine nachweisbare organisatorische Kontinuität bis in die Gegenwart besitzt. Moderne Erzählungen über eine weltweit agierende „Illuminati-Elite“ entstammen der Popkultur und verschwörungsideologischen Narrativen, nicht der Geschichtswissenschaft.

Zur behaupteten Verbindung mit der Freimaurerei
Richtig ist, dass es im ausgehenden 18. Jahrhundert Personen gab, die sowohl Mitglieder freimaurerischer Logen als auch des kurzlebigen Illuminatenordens waren.
Die Freimaurerei als weltweite Bruderschaft existierte bereits vor der Gründung des Illuminatenordens und entwickelte sich unabhängig von diesem weiter. Sie ist weder aus ihm hervorgegangen, noch hat sie dessen Ziele, Methoden oder Strukturen übernommen.

Freimaurerei heute
Die heutige Freimaurerei ist eine offen eingetragene, rechtlich transparente Gemeinschaft, deren Ziele Persönlichkeitsbildung, Moralität, Toleranz und gesellschaftliche Verantwortung sind. Freimaurerlogen arbeiten öffentlich bekannt, unterliegen den jeweiligen nationalen Rechtsordnungen und engagieren sich vielfach karitativ und kulturell.
Die häufig kolportierte Vorstellung, Freimaurer wirkten im Geheimen auf Politik, Wirtschaft oder Medien ein, entbehrt jeder faktischen Grundlage. Sie beruht auf Missverständnissen, historischen Verzerrungen und einer Vermischung realer Geschichte mit fiktionalen Erzählmustern. Das resultiert höchstwahrscheinlich daraus, dass sich Freimaurer vor den inquisitorischen Mitteln der Katholischen Kirche verstecken mussten und im Dritten Reich verfolgt wurden und daher ihr tolerantes Wirken für sie zur Lebensgefahr im Nazi-Regime wurde.

Warum die Mythen fortbestehen
Wie auch der genannte Artikel zeigt, dient der Begriff „Illuminati“ heute vielfach als Projektionsfläche für diffuse Ängste vor Macht, Eliten und gesellschaftlichem Wandel. Dabei werden reale Organisationen wie die Freimaurerei in Erzählungen hineingezogen, mit denen sie nichts zu tun haben.
Solche Narrative sagen mehr über die Mechanismen moderner Desinformation aus als über die betroffenen Institutionen selbst. Auch der Versuch damit mehr Leser und Follower zu generieren, sagt mehr über den Verfasser als die betroffenen Institutionen aus.

Schlussbemerkung
Die Freimaurerei distanziert sich ausdrücklich von allen Verschwörungserzählungen über angebliche „Illuminati-Netzwerke“ oder geheime Machtstrukturen. Zwischen der historischen Episode des Illuminatenordens und der heutigen Freimaurerei besteht keine organisatorische, ideologische oder personelle Verbindung.
Eine sachliche Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zeigt klar: Freimaurer sind weder Teil eines geheimen Weltordnungsprojekts noch Träger verborgener politischer Agenden, sondern Mitglieder einer offenen Wertegemeinschaft, deren Wirken sich an Menschlichkeit, Selbstverantwortung und gesellschaftlicher Vernunft orientiert.

Faken gegen Mythen: Baphometh, Satanismus, Freimaurerei

In öffentlichen Debatten und sozialen Medien taucht immer wieder die Figur des Baphometh auf – insbesondere in Verbindung mit modernen Verschwörungstheorien und der Freimaurerei. Viele dieser Erzählungen führen zu Missverständnissen darüber, was Baphometh symbolisiert, und wie – oder ob überhaupt – dies mit der Freimaurerei in Verbindung steht.

Was ist „Baphomet“?
Der am weitesten verbreitete visuelle Eindruck von Baphometh geht auf den französischen Okkultisten Éliphas Lévi zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Zeichnung dieser Gestalt als „Sabbatic Goat“ veröffentlichte. (siehe Abb. links) Dieses Bild zeigt eine androgyn wirkende, gehörnte Figur mit Pentagramm und Fackel – und wurde von Lévi als ein symbolisches, hermetisch-esoterisches Bild verstanden, das Gegensätze wie Licht und Dunkel, männlich und weiblich oder Geist und Materie in seiner Darstellung vereint.

Es ist wichtig zu betonen, dass Lévis Darstellung nicht aus historischen Quellen des Mittelalters stammt und auch kein dokumentiertes Objekt realer Verehrung darstellt, sondern ein symbolisches, philosophisch-okkulter Gedanke war, der später von verschiedenen Strömungen aufgegriffen wurde und als Baphometh tituliert wurde.

Erste historische Erwähnung
Die erste historische Erwähnung geht auf die Verhöre der Tempelritter des 14. Jahrhunderts zurück. Einen geistlichen Ritterorden, der kämpfende Mönche und klerikale Ritter in sich vereinte. Er wurde vom französischen König vernichtet. Was die Ritter unter Baphometh verstanden – manchmal als bärtiger Schädel, doppelgesichtiger Kopf oder Reliquie – geht nicht klar aus den Protokollen hervor, wahrscheinlich wegen der Folter.

Weder historisch noch institutionell mit Freimaurerei verbunden
Die heute in manchen Kreisen verbreitete Behauptung, Freimaurer würden Baphometh verehren, oder diesen als satanisches Idol nutzen, ist nicht historisch fundiert. Sie geht vielmehr auf eine bekannte Desinformationskampagne des 19. Jahrhunderts zurück, den sogenannten Taxil-Schwindel: Léo Taxil veröffentlichte anti-freimaurerische Schriften, in denen er Baphometh und andere symbolische Bilder in erfundene Rituale und „Satanismus“ verwob, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Später gestand er offen, dass diese Publikationen frei erfunden waren.
Manche Freimaurer-Richtungen sehen sich selbst als geistige Nachfolger der Tempelritter, was aber nichts mit der vermeintlichen Verehrung des Baphometh-Narrativs der historischen Tempelritter oder der im Zusammenhang mit dem Taxil-Schwindel behaupteten Verbindungen zum modernen Satanismus zu tun hat.

Klarstellung zur Freimaurerei und Satanismus
Die Freimaurerei ist eine weltweite Bruderschaft mit dem Ziel der Förderung von moralischem Denken, persönlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung. Sie arbeitet öffentlich und transparent innerhalb der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen der Länder, in denen Logen bestehen. Sie sind meistens eingetragene Vereine.
Behauptungen, Freimaurer würden satanische Praktiken ausüben oder geheime Dämonenbilder wie Baphometh verehren, entbehren jeglicher historischen und faktischen Grundlage. Solche Erzählungen lassen sich klar auf anti-freimaurerische Stereotype, polemische Literatur des 19. Jahrhunderts oder moderne Verschwörungstheorien zurückführen – nicht auf authentische freimaurerische Inhalte oder Praxis.

Fazit

  • Baphometh ist primär ein historisch moderner, symbolischer Entwurf aus der Esoterik des 19. Jahrhunderts – kein dämonisches Wesen.
  • Es besteht kein belegter, institutioneller oder theologischer Zusammenhang zwischen diesem Symbol und der Freimaurerei.
  • Freimaurerei steht nicht im Zusammenhang mit Satanismus, und Vorwürfe dieser Art basieren auf historischen Gefährdungen, Fehldeutungen und bewussten Falschinformationen.

Welche Rituale sind im SGOvD üblich?

Jede Mitgliedsloge hat im SGOvD durch seine Konstitution absolute Ritualfreiheit (siehe 2.2.1.6. und 3.4.1.16).

Der SGOvD selbst kennt nur ein einziges Ritual: dasjenige der Amtseinsetzung der GrossBeamten, das zugleich auch das Stiftungsfest des SGOvD abbildet. Dieses Ritual ist simpel gehalten und es geht um die Übereichung der Bestallungsurkunden an die GrossBeamten. Es wird von den abgewählten GrossBeamten geöffnet und am Ende von den neugewählten GrossBeamten geschlossen. Konstitutionsmäßig findet darin der Wechsel bzw. der Amtsbeginn der neuen SGOvD-Führung statt (siehe 3.4.4.4.).

Bei einer Lichteinbringung (siehe 2.2.1.10 und 3.4.1.16) bedeutet das, dass z.B. bei der rituellen Stiftung einer neuen Freimaurerloge wird jenes Ritual durchgeführt wird, nach welchem sich die Freimaurerloge richtet. Arbeitet eine Freimaurerloge z.B. nach dem Schottischen Ritual, so wird das Ritual der Lichteinbringung nach dem Schottischen Ritus durchgeführt. Das kann der Beamtenstab des SGOvD selbst durchführen oder durch Amtshilfe eines dem System nahen Organ erfolgen.

In beiden Fällen ist es die Hauptaufgabe des SGOvD-GrossMeisters das Stiftungspatent der jeweiligen Loge rituell zu überreichen, als Zeichen der Zugehörigkeit zum SGOvD.

Der SGOvD hält sich aus den Belangen der Mitgliedslogen soweit wie möglich heraus und nimmt auch keine rituelle Hoheit ein. Durch Genehmigung eines Konvents (siehe 3.4.1.16) ist eine Loge angenommen oder gestiftet. Ab Beschluss des Konvents ist die Freimaurerloge eine Mitgliedsloge mit allen Rechten; jedoch sollte sie erst rituell nach Übergabe des SGOvD-Patents (in einer rituellen Arbeit) arbeiten.

Im Schottischen System, wie auch in anderen Freimaurer-Systemen, gibt es nach dem Meistergrad (III. Grad) weiterführende Grade bzw. sogenannte Hochgrade. Der SGOvD wünscht freundschaftliche Beziehungen zu diesen Hochgrad-Systemen – unter gegenseitiger Respektierung der eigenen Souveränität – und steht der Bildung selbständiger Hochgrade nicht im Wege und empfiehlt sogar den Logenmitgliedern sich einem Hochgrad-System ihrer Wahl anzuschließen. (siehe 3.2.6.)

Veröffentlicht unter Ritual

Moderne und inklusive Freimaurerei

Der Souveräne Großorient von Deutschland (SGOvD) versteht sich als aktiver Teil der freimaurerischen Landschaft in Deutschland. Er pflegt den respektvollen Dialog mit anderen freimaurerischen Systemen. Die SGOvD-Leitung sieht in der Vielfalt freimaurerischer Strömungen keine Trennung, sondern eine Bereicherung – und eine echte Chance, die Idee der Freimaurerei im 21. Jahrhundert zeitgemäß und offen weiterzuentwickeln.

Die SGOvD-Gründung am 26. Oktober 2002 war weit mehr als ein formaler Akt. Sie markierte einen tiefgreifenden Wandel im Selbstverständnis der Freimaurerei in Deutschland – hin zu mehr Offenheit, Gleichberechtigung und individueller Freiheit.

Der SGOvD versteht sich seither als moderne und inklusive freimaurerische Vereinigung, die sich den Werten der Aufklärung, der Humanität und der persönlichen Gewissensfreiheit verpflichtet fühlt. In diesem Geist vereint er Männer und Frauen aller Weltanschauungen, Religionen und kulturellen Hintergründe.

Der SGOvD arbeitet ausschließlich in den drei Johannisgraden: Lehrling, Geselle und Meister. Anders als bei vielen traditionellen Großlogen gibt es keine integrieren oder angeschlossenen Hochgrade. Die Rituale und Symbole dienen der Selbstreflexion und der Förderung ethischer Werte.

Die Mitglieder des SGOvD öffnen sich einem Ritual, das zu Selbsterkenntnis führen kann. Die gemeinsame rituelle Arbeit soll es erlauben, den kritischen Blick auf sich selbst zu richten, in sich selbst zu schauen. Weiterhin dient sie dem Zweck, die, trotz ihrer persönlichen Verschiedenheiten zu einer gemeinsamen, friedfertigen Arbeit einzuweisen und ständig anzuhalten. (2.1. Ziff. 4)

Weiter steht in der aktuellen Konstitution in 2.2.1. Ziff. 6:

Anschauung und Pflege der geschichtlichen Grundlagen der Freimaurerei und Auffassung des freimaurerischen Gedankens (bestehende Systeme), sowie die freimaurerische Arbeitsform sind Sache der Loge. Jede Loge ist frei, sich in diesem Rahmen ein Ritual zu wählen. Die Rituale der Logen müssen bei Eintritt oder Änderung dem Konvent zur Einsicht vorgelegt werden. (2.2.1. Ziff. 6)

Den Mitgliedern der Mitgliedslogen des SGOvD stehen für Gastbesuche offen, unabhängig von einer Gegenseitigkeitserwartung, und fördern so den Austausch zwischen verschiedenen freimaurerischen Traditionen.

Veröffentlicht unter Ritual